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Der G20 Gipfel aus der Sicht von Protestierenden

In Hamburg haben sich neben den Vertreter*innen der wichtigsten 20 Industrieländern und 20.000 Polizist*innen viele Tausende Menschen getroffen, um gegen diesen Gipfel auf die Straße zu gehen.

Auch wir waren in Hamburg und haben einen abweichenden Eindruck von der Darstellung der Proteste in den Mainstream-Medien. Für uns war der Protest gegen den Gipfel ein wichtiges Zeichen gegen den Kapitalismus, die Ausbeutung der sogenannten Entwicklungsländer und die wahnsinnige Idee eine Großstadt zu einer Sperrzone zu machen, in der demokratische Grundrechte leichtfertig außer Kraft gesetzt werden können, weil Bürgermeister Olaf Scholz allen zeigen will, dass er es kann.

Die eingeladenen Teilnehmer*innen des G20 Gipfels sind die weltweit wichtigsten Kriegstreiber*innen, Entwicklungshelfer*innen, Ausbeuter*innen und Diktator*innen. Sie waren mitsamt ihrer kapitalistischen Entourage in Hamburg zu diesem absurden Treffen verabredet, um darüber zu sinnieren, wie die Ausbeutung der Welt im nächsten Jahr effektiv organisiert werden kann. Nicht eingeladen waren Vertreter*innen derjeniger Regionen, die bislang am wenigsten von dem globalen Handel profitieren konnten, quasi die Geberländer (G174).

Viele aktivistische Gruppen aus ganz Europa haben zum Protest gegen dieses Treffen aufgerufen und dazu mobilisiert, nach Hamburg zu fahren, um den Ablauf dieses Treffens zu behindern bzw. die Proteststrukturen zu unterstützen.

Die beteiligten Organisator*innen haben es im Hamburg geschafft gut aufgestellte Proteststrukturen als Rückgrat des Protests bereit zu stellen. Dazu gehörten ein bis dahin unvergleichliches alternatives Medienzentrum im Millerntor-Stadion, Schlafgelegenheiten in Camps und Privatwohnungen, Volxküchen, zusätzliche medizinische Versorgung für Verletzte durch Demo-Sanitäter*innen und Anwält*innen für von Repression Betroffene in der Gefangenensammelstelle in Harburg.

In den Medien spiegelte sich vorab die breite Ablehnung dieses Gipfels und die Unterstützung des angekündigten Protests flächendeckend wider. Die Stadt Hamburg hatte für die Großdemonstration am Samstag öffentliche Fördermittel für die Organisationsstrukturen zur Verfügung gestellt.

Die Einsatzleitung der Polizei hat ganz im Sinne der Hamburger Linie („eine Demonstration, in der Vermummte sind, geht nicht los“) erstmalig am Donnerstag um 19:30 Uhr nach wenigen Metern massiv in die Versammlungs- und Demonstrationsrechte eingegriffen und bis dahin friedlich Protestierende (bis dahin offiziell eine Festnahme in Hamburg) mit vollgepanzerten Einsatzhundertschaften, bewaffnet mit Schlagstöcken und Pfefferspray, angegriffen und Menschen durch diese Maßnahme zum Teil schwer verletzt. Dabei wurde die angemeldete Demonstration laut Polizeiführung wegen vermummten Personen im Schwarzen Block von der Polizei auseinandergerissen und damit dazu beigetragen hat, dass die Lage eskaliert ist.

Der Hamburger Innensenator Andy Grothe (SPD) hat im Rückblick auf die Einsatzführung das Vorgehen der Polizei als ein „Schaufenster moderner Polizeiarbeit“ beschrieben.

Wenn die Zerschlagung von angemeldeten Demonstrationen von einem sozialdemokratischen Spitzenpolitiker als Maßstab für die Zukunft präsentiert wird, sehen wir das in einem demokratischen Staat mehr als problematisch.

Die G20 Berichterstattung der Medien beschränkte sich nach den Protesten lediglich auf die verletzten 476 Polizeibeamt*innen, drei Dutzend verbrannte Kraftfahrzeuge, eine entglaste Polizeiwache, ein entglastes Gerichtsgebäude und fünf ausgeplünderte Geschäfte im Hamburger Schanzenviertel.

Niemand veröffentlichte Zahlen zu den massenhaft verletzen Demonstrant*innen, sondern auf einmal sind es nur noch die Einsatzpolizist*innen, die ihren Kopf für die Repräsentant*innen der Demokratie (allen voran V. Putin, R. Erdogan, Abd El Aziz, usw) hergehalten haben.

Und kaum jemand fragt sich im Nachhinein, wie die Zahl der 476 verletzten Polizist*innen zustande gekommen ist (Beispiel: 130 Einsatzpolizist*innen aus Hessen haben sich selbst im Zuge eines Tränengaseinsatzes verletzt und durch die Maßnahme leichte Augenreizungen erlitten). Die Zahl der verletzten 476 Polizist*innen, die länger als einen Tag nicht einsatzfähig waren ist mit 17 schon deutlich niedriger, 95% der verletzten „Ordnungs“-Hüter*innen waren sofort nach der Behandlungsmaßnahme der Verletzung wieder einsatzfähig. Aus keiner der Einheiten der Bundesländer sind schwere Verletzungen innerhalb der eingesetzten Polizeikräfte gemeldet worden.

(Quelle: Marcus Engert, Artikel: hier , 14.07.2017)

Niemand kritisiert mehr die prominenten Teilnehmer*innen des Gipfeltreffens, die mit ihrem vierstündigen Arbeitstreffen und dem Besuch des klassischen Konzerts in der 750 mio Euro teuren Elbphilharmonie nicht nur die ganze Stadt zu einer Sperrzone gemacht, sondern auch noch 400 mio Euro an Aufenthalts-Kosten verursacht haben.

Der Bund und die Länder stellen nun 20 mio Euro zur Verfügung, um die Schäden wiedergutzumachen, die durch Umsatzeinbußen und Vandalismus entstanden sind (zum Vergleich: die Angehörigen der ermordeten NSU-Opfer wurden mit insg. 900.000 Euro „entschädigt“).

Gemessen an den schwerwiegenden Verbrechen und Kollateralschäden, die durch die Vertreter*innen der G20 am Rest der Welt begangen und/oder hingenommen werden erscheint es uns grotesk, dass nach dem Gipfeltreffen niemand mehr über die Verantwortlichen sprechen will, die die Proteste und die Eskalation vor Ort überhaupt erst hervorgerufen haben.

Wir finden den Protest gegen den G20 Gipfel richtig und wichtig.

Die Kriminalisierung der Protestierenden ist aus unserer Sicht falsch.

Wir finden den Pressespiegel nach den G20 Protesten verlogen, weil mitnichten die Gewaltexzesse gegen Protestierende widergespiegelt werden, die wir in Hamburg miterlebt haben.

Die nachträgliche Bewertung des G20 Gipfels und der legitimen Proteste in Hamburg muss aus unserer Sicht umfangreicher sein, auch in Hinblick auf die Verbrechen derjenigen Firmen, Regierungen und Einsatzleiter*innen, die es noch nicht bis auf die Titelseiten der einschlägigen Boulevardpresse geschafft haben.

Kapitalismus ist keine Lösung sondern Ursache globaler Ungerechtigkeit!

Uneingeschränkte Solidarität mit ALLEN Verletzten und Festgenommenen des G20 Gipfels!

ALLES FÜR ALLE!

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16.07.2017 - Keine Kommentare - by Hille

SMART*START*APART? Aktuelle Entwicklungen am Wiener Wohnungsmarkt

Wir sind vor kurzem auf einen recht interessanten Artikel aus der Zeit gestoßen, den wir Euch nicht vorenthalten wollen. Thema ist (wie so oft) die Preistreiberei am Wiener Immobilienmarkt und die baulichen Konsequenzen für Neubau- und Kernsanierungsprojekte.

hier gehts zum Artikel

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23.05.2017 - Keine Kommentare - by Hille

Aktuelle Artikel in der Standard-Reihe: kollektives Wohnen

Es gibt Grund zur Freude, das habiTAT hats wieder mal in den (Immobilien- 🙂 Standard geschafft, aktuell aufgrund der Öffi-Kampagne unserer Freund*innen der Autonomen Wohnfabrik aus Salzburg.

Außerdem haben wir noch einen lesenswerten Artikel zur Sargfabrik – 21 Jahre Bestand und ein paar Gedanken und Rückblicke einer Mitbegründerin und Bewohnerin.

hier gehts zum habiTAT Artikel

und hier zur Sargfabrik

 

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30.04.2017 - Keine Kommentare - by Hille

Einladung zur Ringvorlesung an der Uni Wien “Stadt für alle?! – Zwischen lokalen Grenzpraktiken und Urban Citizenship”

Ringvorlesung_Stadt_fuer_Alle_Plakat_Programm

Interessante Ringvorlesung an der Uni Wien.

Explizite Veranstaltungs-Empfehlung von SchloR:

Wohnen für alle? Selektive Ein- und Ausschlüsse beim Zugang zu Wohnraum in Wien.

Referentinnen: Lisa Bolyos (Augustin, Sarah Kumnig)

Ort: Universitätsstraße 7 im NIG Hörsaal III

Zeit: 27.04.17  18:30 Uhr

Aber schauts euch auch die anderen Sachen durch. Makes Sense. Mehr Infos zu den einzelnen Vorlesungen findet ihr hier

 

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15.04.2017 - Keine Kommentare - by Hille

“Ocupa Barcelona!” – Barcelona besetzen!

 

okupaUnter dem folgenden Link könnt Ihr Euch einen aktuell auf Arte ausgestrahlten You-Tube Film anschauen über die Spekulation mit Wohnraum, Hausbesetzungen und Zwangsräumungen in Barcelona. 30 min Film.

den Film findet ihr:

hier

Spekulation – ein modernes Geschwür mit weltweit verbreiteten Symptomen.

 

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29.03.2017 - Keine Kommentare - by Hille

1. habiTAT-Hausprojekt in Salzburg steht kurz vor der Realisierung!!

yyippiiiiiiiiiieeeehHHHHHHHHHHHHHHHHHh!!!!!!

Autonome Wohnfabrik Salzburg

Unsere Freund*innen von der Autonomen Wohnfabrik Salzburg haben es so gut wie geschafft.

Sie haben ein passendes Haus gefunden, dass sie als habiTAT Hausprojekt kaufen werden. Das Haus wurde mehrmals besichtigt, der Finanzierungsplan passt, die GmbH befindet sich im Gründungsprozess, alle wissen, was sie in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren zu tun haben und es kann fast nix mehr schiefgehen! Das Kaufanbot wurde in dieser Woche unterschrieben.

.. wenn sie es schaffen, dass sie die nötigen Direktkredite zusammenkratzen können, sind sie das zweite realisierte österreichische habiTAT-Hausprojekt!

Wir freuen uns sehr und wünschen den Salzburger*innen viel Erfolg,  solidarische Freund*innen / spendable Nachbar*innen / reiche Eltern und ganz viele interessierte Supporters, die ihnen bei ihrem ehrgeizigen Projekt behilflich sind!

Wie es weiter geht bei der Wohnfabrik und mehr könnt ihr in Kürze auf der Webseite nachlesen oder direkt mit Ihnen Kontakt aufnehmen unter:

Webseite

bzw. unter FB: hier oder Twitter: hier

 

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18.03.2017 - Keine Kommentare - by Hille

Leerstehende Luxusimmobilien zur freien Benutzung

Hausbesetzung, Hausprojekt, ehem. Schule Triesterstraße Foto: Clemens Fabry

Foto: Clemens Fabry

Hausbesetzungen sind entgegen der Vorstellungen einiger Altachtundsechziger*innen und Ewig-Gestriger kein Rudiment des 20. Jahrhunderts.

In London hat sich vor drei Jahren eine Gruppe junger Aktivist*innen gebildet, die den Leerstand zumeist eher nobler Liegenschaften als Räumlichkeiten öffnen und Obdachlosen, Künstler*innen und anderen Menschen anbieten, die entweder nicht willens und/oder mangels adäquater Ausstattung im Geldbörsel nicht in der Lage sind, auf dem Immobilienmarkt etwas passendes anzumieten. Im Zuge ihrer Aktionen wurden ca. 60 Häuser ausgekundschaftet, Türen geöffnet und über kurze oder längere Zeiträume zur freien Benutzung zur Verfügung gestellt – mitunter ein waghalsiges Unternehmen .

Das hier abgebildete Video soll die Perspektive von Menschen zeigen, denen es lange selbst an einer Perspektive fehlte. Sie überschreiten Grenzen und Gesetze, um zu zeigen, wie es hinter den Kulissen leerstehender Hochhäuser aussieht. Viele Londoner Obdachlose haben so einen warmen Platz zum Schlafen gefunden. Wenn die Stadt London das Problem der Obdachlosigkeit nicht in den Griff kriegt (oder kriegen will) greifen Betroffene selbst zum passenden Werkzeug und schaffen Perspektiven für sich und andere. Ein lohnenswerter Einblick. Seht selbst: hier

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21.02.2017 - Keine Kommentare - by Hille

Platzt die Immobilienblase demnächst auch in Österreich?

Wenn’ s nach den Chefökonom*innen der OECD geht dann wird`s bald eng in der Immobilienblase, vor allem in Schweden und in Österreich. Ursache ist die ambitionierte Überbewertung von Miet- und Eigentumswohnungen bei der Vergabe von Krediten (und Hypothekarkrediten) an die (neuen) Immobilienbesitzer*innen.

In folgenden zwei ORF-Berichten könnt ihr leser*innenfreundlich nochmal nachlesen, wie diejenigen das sehen, die hierzulande als Expert*innen wahrgenommen werden.

Haben wir wirklich ein Problem: (ja) siehe hier

Etwas detaillierter könnt ihr geeignete Beschwichtigungskompetenzen der lokalen Verantwortlichen nachverfolgen: hier

Property Bubble

Wie sehen die schloRs die Sache: Wir wollen trotz alledem und vor allem deswegen ein Haus, in dem wir diesem Blasen-Wahnsinn nicht Weiters ausgesetzt sind. Davon erben zwar unsere Enkel später mal nix aber es haben wenigstens alle was davon.

Und: An alle Immobilienspekulant*innen: Haut ab – kaufts Euch Häuser in Aleppo – Und tuts da was für die Gentrifizierung, wo es wirklich nötig ist! Richtiges Investieren lohnt sich! Wenn schon aufwerten, dann richtig!

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25.01.2017 - Keine Kommentare - by Hille

Erfolgreich gegen Spekulation – durch Solidarität unter den Mieter*innen

Solidarität

In der Berliner Seumestr. 14 haben die Mieter*innen zufällig davon gehört, dass ihr Haus an einen Investoren verkauft werden soll. Daraufhin haben sie ein Treffen in einem benachbarten Cafehaus organisiert, einen Verein gegründet und kurzerhand selbst ein Kauf-Anbot gelegt. Sie waren erfolgreich. Sie haben sich solidarisch gegen die Spekulationsmafia zusammengeschlossen und besitzen jetzt ein Haus, in dem sie selbst ihre Miete zahlen und ihre Miete kassieren. Tolles Projekt. Mehr dazu hier: Hausprojekt Seumestr. 14 in Berlin Friedrichshain

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10.01.2017 - Keine Kommentare - by Hille

Herzlichen Glückwunsch zum 1. Geburtstag an Willy Fred

Geburtstagswilly

der kleine Willy Fred feiert seinen 1. Geburtstag. Die Kindergeburtstagsfeier war gestern in erweitertem Kreise in Linz. Unter den Gratulant*innen waren viele der Pateneltern/-onkeln/-tanten und noch mehr Freund*innen.

Augenscheinlich ist Willy richtig beliebt bei den anderen Kindern. Es hätte gern andere Kinder zum spielen, bleibt zu hoffen, dass es unter den anderen Projektinitiativen in Wien, Salzburg, Innsbruck und sogar im Burgenland bald Zuwachs an freien Häusern gibt.

Wir halten Willy die Daumen und werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit da was weitergeht!

Lieber 1000 Freunde im Rücken als eine Bank im Nacken!!

Spekulation verhindern – Freiräume sichern!!  Miethaie zu Fischstäbchen!!

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22.12.2016 - Keine Kommentare - by Hille