Das Konzept

Als Alternativprojekt zur urbanen Vereinzelung planen wir gemeinsam zu wohnen und zu arbeiten ohne uns dabei als Gruppe von der Nachbar_innenschaft zu isolieren. Genauso wie uns jetzt der fehlende Kontakt zur Nachbar_innenschaft nervt, stört uns das Miete zahlen an anonyme Eigentümer_innen. Wir wollen dem spekulativen Immobilienmarkt ein Stück Wohn- und Lebensraum entreißen.

Wir wollen die Möglichkeiten, die uns die Stadt Wien als geografisches Territorium bietet für uns nutzen und gleichzeitig dazu beitragen, dass diese Möglichkeiten weiter ausgebaut und erhalten werden können. Daher stellt der Rückzug aufs Land für uns keine Lösung dar.

Als Gruppe wollen wir nicht nur gemeinsam wohnen und arbeiten, sondern auch eine Bereicherung für uns und unsere Umgebung darstellen. Wir sehen das kollektive Wohnen als emanzipatorisches Vehikel, das weit über das Grätzel hinaus anregend auf die ganze Stadt wirken kann.

Geplant sind selbstverwaltete Werkstätten, Ateliers uvm. die für die Allgemeinheit, insbesondere für die Nachbar_innenschaft, nicht verschlossen bleiben sollen. In diesem Rahmen können unter anderem Reparaturkompetenzen aufgebaut und weitervermittelt werden. Als konkretes Beispiel soll eine Fahrradselbsthilfewerkstatt entstehen, in der zB Rollstuhlservice und -tuning angeboten wird. Die Zusammenarbeit mit bestehenden Initiativen und Einrichtungen ist uns dabei ein besonderes Anliegen, egal ob Jugendzentrum oder Kaffeekränzchen.

Wohnraum

Wir wollen solidarisch miteinander leben und abseits von den zunehmenden Verdrängungstendenzen des privaten Immobilienmarktes leistbaren und zumutbaren Wohnraum schaffen. Uns motiviert dabei nicht die Anhäufung von Besitz, der gewinnbringend wieder verkauft wird, wenn der Immobilienpreis attraktiv genug geworden ist, sondern die Möglichkeit selbst entscheiden zu können, wie und wo wir leben wollen. Der freie Markt bietet diese Möglichkeit nicht. Eines unserer wichtigsten Ziele liegt darin, langfristig Preise für Wohnraum in einer angemessenen Höhe festzusetzen und dadurch sichere Wohnmöglichkeiten für alle Beteiligten zu bieten. Darüber hinaus soll dieses Wohnprojekt den Einzelnen die Möglichkeit bieten, Räume sowohl individuell als auch gemeinschaftlich kreativ zu gestalten und zu nutzen. Aufgrund der Fülle unterschiedlicher Fähigkeiten können zudem Dinge verwirklicht werden, die in konventionellen Mietverhältnissen beinahe unmöglich sind. Durch die langfristige Nutzung der Räumlichkeiten werden zeit-, rohstoff- und arbeitsintensive Vorhaben attraktiver. Unser Wohnraum ist auch unser Lebensraum, er ist “Think-Tank” und Experimentierraum für gesellschaftliches und politisches Engagement.

Wir lassen uns nicht vorschreiben, wie wir leben sollen. Wohnraum darf kein Spekulationsgegenstand für Miethaie sein.

Gesellschaft

Einer der maßgeblich positiv wirkenden Einflussfaktoren für die anhaltende Motivation von Menschen Ideen zu verwirklichen, ist, entgegen der gesellschaftlichen Vorstellung, nicht in erster Linie der finanzielle Anreiz, sondern das Vorhandensein von anderen Menschen, die dieses Bestreben teilen. Dadurch werden Räume nicht ausschließlich von Konsum, sondern vor allem durch Innovation und Mitgestaltung geprägt.

Wir lassen uns nicht entmündigen. Wir wollen die Gesellschaft verändern und das werden wir auch tun!